
Das neue Gesicht des «Buchser» im solothurnischen Feldbrunnen-St. Niklaus
Nachdem die Pächter in den Jahren vorher fleissig gewechselt hatten, konnte sich das Restaurant inzwischen etablieren. Im solothurnischen Feldbrunnen-St. Niklaus weht seit dem Sommer 2022 ein neuer kulinarischer Wind. Mit Daniel Odermatt hat das Restaurant «Buchser, Bar und Chuchi» nicht nur einen Küchenchef gewonnen, sondern einen Gastgeber mit Haltung, Handschrift und Geschichte. Der gebürtige Nidwaldner steht für eine Küche, die tief in der Region verwurzelt ist und dennoch neugierig über den Tellerrand blickt.
Daniel Odermatts Weg begann klassisch mit einer Lehre in Stans. Doch schon früh zog es ihn hinaus in die Welt der gehobenen Gastronomie. Stationen wie das Hotel Palace Luzern, das Schweizerhof Luzern oder das Hotel Chesa Guardalej prägten seinen Stil ebenso wie Engagements im Posthotel Davos. Später sorgte er als Küchenchef im Restaurant Fontana in Twann für Furore und wurde von GaultMillau als «Koch des Monats» ausgezeichnet. Auch in Biel setzte er während sechs Jahren im Restaurant Palace Akzente, bevor er schliesslich im «Buchser» seine neue Bühne fand.
Diese Bühne hat es in sich. Das Restaurant ist benannt nach Frank Buchser, dem wohl berühmtesten Sohn des Dorfes Feldbrunnen-St. Niklaus. Der weitgereiste Maler ist im Lokal allgegenwärtig – nicht nur als Namensgeber, sondern auch als grossformatiges Porträt, das die Gäste gleichsam persönlich begrüsst. Sein Geburtshaus liegt nur wenige Schritte entfernt, was dem Ort eine zusätzliche historische Tiefe verleiht.
Vom «Durstigen Wanderer» zum «Buchser»
Die Transformation vom einstigen «Durstigen Wanderer» zum modernen «Buchser» ist deutlich sichtbar: Räume wurden geöffnet, Böden erneuert, das Interieur behutsam, aber konsequent modernisiert. Hinter dem Projekt steht die Genossenschaft zum Durstigen Wanderer, die den Betrieb gepachtet hat und damit eine Brücke zwischen Tradition und zeitgemässer Gastronomie schlägt. Ziel ist ein Ort, der vieles zugleich ist: Dorfbeiz, Weinbar und ambitioniertes Restaurant.
So wie Frank Buchser einst malte, kocht Odermatt heute: mit Leidenschaft, mit Ausdruck und ganz bewusst ohne Chichi und Tamtam.
In dieser spannenden Konstellation spielt Daniel Odermatt seine Stärken aus. Seine Küche beschreibt er selbst als «französisch-mediterran-regional» – ein Dreiklang, der sich auf dem Teller in Leichtigkeit, Klarheit und Aromatiefe übersetzt. Klassiker wie das Wienerschnitzel mit Pommes allumettes finden ebenso ihren Platz wie saisonale Überraschungen, die nicht auf der Karte stehen und direkt am Tisch empfohlen werden. Aktuell etwa: frische Morcheln mit Kalbssteak und Marktgemüse – ein Gericht, das den Frühling in seiner elegantesten Form einfängt.
Das «Buchser» ist heute weit mehr als ein Restaurant. Es ist ein lebendiger Treffpunkt für das Dorf, ein Ort der Begegnung und eine Bühne, auf der gekocht wird wie gemalt: mit Ausdruck, Charakter und Leidenschaft.
Kochen mit Haltung und Handschrift
So wie Frank Buchser einst malte, kocht Odermatt heute: mit Leidenschaft, mit Ausdruck und ganz bewusst ohne Chichi und Tamtam. Was einfach klingt, ist das Resultat grosser Erfahrung: beste Produkte, wenn immer möglich aus der Region, kombiniert mit technischer Präzision und einer Prise Intuition. Oder, wie er selbst es nennt: dem «Geheimnis des Chefs». Dabei bleibt ihm der persönliche Kontakt zu den Gästen zentral. «Sie sollen sich wohlfühlen und wiederkommen», sagt er – ein Credo, das im «Buchser» spürbar gelebt wird.
Unterstützt wird dieses kulinarische Konzept immer wieder von besonderen Gastköchen. So sorgt etwa der pensionierte Gastronom Fritz Haudenschild mit seinem legendären Entrecôte gelegentlich für zusätzliche Höhepunkte und zeigt, dass hier auch die Begegnung und der Austausch gepflegt werden.
Das «Buchser» ist heute weit mehr als ein Restaurant. Es ist ein lebendiger Treffpunkt für das Dorf, ein Ort der Begegnung und eine Bühne, auf der gekocht wird wie gemalt: mit Ausdruck, Charakter und Leidenschaft. Ganz im Sinne von Frank Buchser, der hier wohl seine Freude hätte.