
Drinks mit wenig oder ohne Alkohol sind im Trend
Die Trinkkultur befindet sich im Umbruch. Getränke ohne oder mit wenig Alkohol sind längst kein Nischenphänomen mehr, sondern Ausdruck einer strukturellen Verschiebung im Konsumverhalten. Für Gastronomie und Handel eröffnen sich damit neue Chancen.
Der Alkoholkonsum sinkt und zwar nachhaltig. In den letzten Jahren wurden in der Schweiz deutlich weniger Wein und Bier konsumiert und das trotz wachsender Bevölkerung. Das zeigen die Zahlen des Bundesamts für Landwirtschaft ebenso wie jene des Schweizer Brauereiverbands. Besonders junge Erwachsene trinken seltener oder sind ganz abstinent.
Diese Entwicklung bestätigt auch eine repräsentative, in der Schweiz durchgeführte Studie des Online-Marktforschungsinstituts Marketagent vom Januar 2026: 79 Prozent der Befragten gaben an, in den letzten sechs Monaten bewusst auf Alkohol verzichtet zu haben. Drei Viertel haben bereits alkoholfreies Bier probiert, 70 Prozent alkoholfreie Cocktails. Low/No-Alcohol – also Getränke mit wenig oder ohne Alkohol – ist damit nicht länger ein Nischentrend, sondern fest im alltäglichen Konsumverhalten verankert.
International zeigt sich das gleiche Bild. Laut WGSN – einem in London ansässigen Trend- und Forecasting-Unternehmen – wächst der globale Markt für alkoholfreie Getränke bis 2029 jährlich um durchschnittlich 7,7 Prozent. Im Vergleich dazu stagniert der klassische Alkoholmarkt volumenmässig nahezu (+0,04 Prozent). In Nordamerika liegt das Wachstum im alkoholfreien Segment sogar bei 19,1 Prozent pro Jahr. Ein bewussterer Umgang mit Alkohol ist gemäss WGSN somit «no longer a compromise but an expected part of the drinking landscape» – also kein Verzicht oder Kompromiss, sondern ein fester Bestandteil heutiger Trinkkultur.
Genuss ohne Rechtfertigung
Die Motive sind vielfältig: Gesundheit, Leistungsfähigkeit, Schlafqualität, Kalorienbewusstsein und veränderte soziale Normen. Aus dieser Entwicklung ist der Trend «Sober Curious» entstanden, wörtlich für «nüchtern neugierig». Alkohol wird dabei nicht mehr selbstverständlich konsumiert, sondern bewusst gewählt oder bewusst weggelassen. Wer «sober curious» lebt, trinkt situativ, reduziert gezielt oder pausiert phasenweise. Entscheidend ist: Man wünscht sich nicht weniger Erlebnis, sondern ein anderes, eines, das Genuss und Wohlbefinden verbindet.
WGSN spricht in diesem Zusammenhang auch von «Premium Fragmentation». Das heisst, der Premium-Begriff löst sich vom alten Prinzip «teuer = besser». Unter wirtschaftlichem Druck konsumieren viele Menschen bewusster und selektiver. Sie trinken weniger, investieren aber gezielt in das, was ihnen wichtig ist: Herkunft, Wellness, Low/No-Optionen oder besondere Erlebnisse. Für Unternehmen heisst das: Premium breiter denken, zugängliche Abstufungen zwischen Alltagsprodukt und Luxusartikel anbieten und Werte wie Lokalität, Tradition oder unkomplizierten Genuss gezielt inszenieren.
Parallel dazu gewinnen sogenannte «Longer & Lower»-Drinks an Bedeutung, also leichte Aperitif-Formate mit moderatem Alkoholgehalt. «Longer» bedeutet dabei nicht mehr Alkohol, sondern mehr Volumen: Die Drinks werden mit Soda, Tonic oder Saft verlängert, sind dadurch milder und können über einen längeren Zeitraum genossen werden. «Lower» steht für einen tieferen Alkoholgehalt. Zwischen 2020 und 2024 wuchs das Volumen dieses Segments um 34 Prozent. Internationale Vorbilder sind Japans Chūhai, Deutschlands Radler oder Spaniens Tinto de Verano.
Der Bellini als Brücke zwischen Welten
Hier positionieren sich auch die Low/No-Konzepte wie der Cipriani Bellini mit 5,5 % vol. Alkohol sowie die alkoholfreie Variante Bellini Zero. Der klassische Bellini – 1948 von Giuseppe Cipriani Sr. in Harry’s Bar in Venedig kreiert – steht seit jeher für kultivierte Leichtigkeit. Mit weissem Pfirsichpüree und Prosecco verbindet er Frucht, Frische und Eleganz zu einem fröhlichen Cocktail mit wenig Alkohol, einfach, aber mit wirkungsvollem Auftritt, schöner Farbe und erfrischendem Geschmack. Gleichzeitig ist der fixfertige Bellini für Gastgeberinnen und Gastgeber ein gelingsicherer Cocktail in einer wiederverschliessbaren Flasche, schnell zubereitet, egal wer hinter der Bar steht.
Die alkoholfreie Variante Cipriani Bellini Zero führt diese Idee konsequent weiter. Sie bewahrt das Ritual, das Glas, die Farbe, das Aromenspiel und kreiert ein Erlebnis, das auch ohne Alkohol funktioniert. Damit erfüllt sie zentrale Kriterien der neuen Trinkkultur: sensorische Klarheit, emotionale Herkunft, Storytelling und situative Flexibilität. Low/No wird von Cipriani nicht als Verzicht verstanden, sondern als Erweiterung der Möglichkeiten. Genau diese Wahlfreiheit ist heute entscheidend – viel Geschmack, klare Ästhetik und die Eleganz des Schlichten. Ganz im Sinne von Giuseppe Cipriani, der einst sagte: Wahrer Luxus liegt in der Einfachheit.
Fazit für Fachhandel und Gastronomie
Der Trend zu bewussterem Konsum ist kein kurzfristiges Phänomen. Nationale Daten, repräsentative Studien und internationale Trendanalysen zeigen übereinstimmend: Ein massvoller Umgang mit Alkohol ist strukturell verankert. Wer heute erfolgreich sein will, muss Low/No gleichwertig ins Sortiment integrieren, entsprechende Drinks inszenieren, Genuss und Ritual betonen und nicht Verzicht, sondern Wahlfreiheit kommunizieren. Zwischen Rausch und Abstinenz entsteht nämlich eine neue Genusszone und dort liegt das Potenzial für Produkte, die Tradition, Geschmack und Zeitgeist verbinden.
Gerade für jüngere Generationen, die bewusster konsumieren und häufiger situativ entscheiden, ob sie Alkohol trinken oder nicht, wird diese Wahlfreiheit zunehmend zum selbstverständlichen Bestandteil der Gastronomie. Wer diese Entwicklung früh aufnimmt, stärkt nicht nur sein Angebot, sondern spricht auch die Gäste von morgen an.
Cipriani: italienische Klassiker für den Fachhandel
Das Cipriani Brand-Portfolio umfasst mittlerweile ein grosses Food- & Drinksortiment, zahlreiche Restaurants, Hotels, Clubs und Lounges sowie Serviced Residences. Ein Grossteil des Food- und Drinksortiments wird aus Italien direkt vom Produzenten in die Cipriani-Lokale exportiert und dort serviert. Delico importiert ausgewählte Cipriani Produkte und vertreibt sie im Schweizer Fachhandel, darunter zwei Bellini-Varianten.
Cipriani Bellini Original
Alkoholgehalt: 5,5 % vol.
Einheiten: 750 ml / 200 ml (6 x 750 ml / 24 x 200 ml)
Hauptzutaten: Schaumwein, weisses Pfirsichpüree (20 %)
Verwendungszweck: Fruchtiger, leichter Aperitif; ready to drink; ideal für Brunch, Aperitivo, Afterwork
Cipriani Bellini Zero (alkoholfrei)
Alkoholgehalt: < 0,5 % vol. (durch Traubenmost)
Einheit: 750 ml (6 x750 ml)
Hauptzutaten: Traubenmost (mind. 35 %), weisses Pfirsichpüree (20 %), Wasser
Verwendungszweck: Alkoholfreier Aperitif mit klassischem Bellini-Profil; ready to drink