
Fünf Minuten mit... Bettina Arpagaus, Gastgeberin im Guarda Val Maiensäss Hotel in Lenzerheide
Kurz porträtiert
Bettina Arpagaus (45), Gastgeberin im Guarda Val Maiensäss Hotel in Lenzerheide, absolvierte die Hotelfachschule Passugg und kehrte nach mehreren Jahren im Kursaal Bern sowie im Waldhaus Flims 2010 in ihre Heimat zurück. Im Guarda Val startete sie als Event-Managerin und war von 2016 bis 2018 Vizedirektorin. Gemeinsam mit ihrem Mann Philip Arnold, der 2015 zum 4-Sterne-Superior-Hotel stiess, übernahm sie im Juni 2021 die Direktion. In der Freizeit stehen Theater spielen, Golf, Tennis und Zeit mit der Familie auf dem Programm.
So starte ich in den neuen Tag
Unsere drei Kinder pünktlich und halbwegs organisiert in die Schule zu schicken, ist quasi mein tägliches Warm-up fürs Hotelmanagement. Danach gibt’s Kaffee. Viel Kaffee.
Das Guarda Val in einem Satz
Eine Wohlfühloase, in der man ankommt, abschaltet und sich fragt, warum man zuhause so viel Stress hat.
An meinen Team schätze ich,
dass wir zusammenhalten – auch wenn es brennt, jemand krank ist oder der Drucker ausgestiegen ist.
Mein Führungsstil
Kommunikation auf Augenhöhe, gegenseitiger Respekt und die Fähigkeit, ruhig zu bleiben, während gefühlt 27 Dinge gleichzeitig passieren. Und ja – am Ende muss halt trotzdem jemand entscheiden.
So machen wir Gäste glücklich
Mit Aufmerksamkeit, ehrlichem Service und dezentem Luxus. Also nicht mit goldenen Wasserhähnen, sondern mit echtem Wohlfühlfaktor.
Online-Bewertungen sind
hilfreich – solange sie sachlich bleiben und nicht aus einer emotionalen Krise wegen eines zu weich gekochten Frühstückseis entstehen.
So gehe ich mit Stress um
Mein Schokoladenkonsum steigt proportional zur Auslastung.
Mein erster Job
Mit 14 in den Sommerferien Schulhäuser putzen. Glamourös war anders – aber immerhin ehrliche Arbeit.
Meine Berufswahl beeinflusst hat
meine Familie. Sie führte ein Hotel in Valbella. Deshalb war ich schon früh vom Hotellerie-Virus infiziert. Das geplante Jurastudium klang zwar vernünftig, aber mir sagten Menschen, Gäste und das echte Leben einfach mehr zu als Gesetzestexte.
Am Feierabend geniesse ich
Zeit mit meinen Kindern und meinem Mann. Möglichst ohne Telefon. Meistens zumindest theoretisch.
Mein nächstes Ferienziel
Familienzeit in Solothurn. Gartenferien – weil man irgendwann merkt, dass Ruhe eigentlich Luxus genug ist.
Das wollte ich Ihnen noch sagen
Unsere Branche ist intensiv, manchmal chaotisch und selten planbar, aber genau deshalb auch unglaublich spannend. Kein Tag ist wie der andere. Zum Glück.
In einem Wort
Rock oder Klassik?
Klassik – irgendjemand muss ja die Ruhe bewahren.
Berge oder Meer?
Berge
Frühaufsteherin oder Nachtmensch?
Frühaufsteherin. Die Hotellerie fragt leider selten nach dem Biorhythmus.
Stadtbummel oder Walspaziergang?
Stadtbummel
Wellness oder Fitness?
Wellness. Ich bewege mich beruflich schon genug.