Das City-Hotel Ochsen, Zug

06.11.2020
Gourmet 11/20
  • Hotellerie
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Erbaut im 16. Jahrhundert, versprüht das City-Hotel Ochsen im Herzen der Stadt Zug ganz besonderen Charme. Und während das Gastgeberpaar dafür sorgt, dass sich seine Gäste rundum wohlfühlen, weiss es auch Tradition und Moderne im Haus zu vereinen. Dafür schlossen die Gastgeber Eveline und Matthias Hegglin erst im Frühjahr 2020 eine umfangreiche Sanierung ab. Unterstützt wurden sie dabei von der beck konzept ag aus Buttisholz, die Wesentliches dazu beitrug, die richtige Mischung zwischen neu und alt zu finden.

Es ist ein Haus mit Geschichte und Tradition. Erbaut in den Jahren 1543/1544 von der Zuger Unternehmerfamilie Kolin, steht der «Ochsen» noch heute im Herzen der Zuger Altstadt, unweit des Zugersees und direkt neben jenem Brunnen, der an den Zuger Kriegshelden Peter Kolin erinnert. Wie viele andere Gebäude in der Altstadt von Zug besticht auch dieses Haus durch seinen historischen Baustil. Wobei das Haus in den letzten Jahrzehnten auch immer wieder Veränderungen erfahren hat. So wurde es vor rund 60 Jahren durch den Schweizer Architekten Hanns Brütsch erweitert und ist heute ein Geflecht aus historischem Teil und Neubau.  Alt und Neu – Tradition und Moderne: Themen, welche die Gastgeber täglich beschäftigen. «Die Vergangenheit  verpflichtet», fasst Hotelier und Eigentümer Matthias Hegglin zusammen. Er führt das Viersternehotel gemeinsam mit seiner Ehefrau Eveline bereits in dritter Generation. Im Dezember 2020 werden es 100 Jahre her sein, als Matthias Hegglins Grosseltern den «Ochsen» erwarben. Von den sieben Kindern trat schliesslich der jüngste Spross in die Unternehmung ein. «Meine Eltern margrit und Walther Hegglin führten den ‹Ochsen› rund 40 Jahre, bis ich im Jahre 1989 die Führung des Hauses übernahm. Meine Eltern haben den ‹Ochsen› zu dem gemacht, was er heute ist», betont Hotelier Matthias Hegglin nicht ohne Stolz. Und während vor vielen Jahren Persönlichkeiten wie König Louis Philipp von Frankreich oder Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe ein- und ausgingen, fokussiert sich das Stadthotel seit vielen Jahren auf den Geschäftstourismus. Diese Ausrichtung erfolgte in den 1950er-Jahren, als die ersten Geschäftsleute nach Zug kamen. Das attraktive Steuergesetz aus den 1960er-Jahren zog weitere Unternehmen in den Kanton Zug.

Kulinarik wird gross geschrieben

So ist der Geschäftstourismus bis heute die Kernausrichtung des Stadthotels, und deshalb ist auch der Seminar- und Bankettbereich zu einem wichtigen Standbein geworden. Im Kolinsaal und im Ferdinand Gehr-Zimmer – benannt nach dem bekannten Schweizer Künstler, dessen Handschrift das Zimmer ziert – haben bis zu 80 Personen Platz, wobei die Räumlichkeiten über WiFi verfügen und mit Beamer, Leinwand, Flipchart ausgestattet werden können. Die Räume werden aber auch für Bankette genutzt, etwa für Familienfeiern oder andere Events. Das Haus überzeugt nämlich auch in kulinarischer Hinsicht mit frischer Marktküche, ob mit typisch regionalen Speisen oder internationalen Gerichten. Einen ganz besonderen Charme besitzt das Restaurant «au premier», das sich im historischen Gebäudeteil im ersten Stock befindet. Es lädt zu Kulinarik in gediegener Atmosphäre ein. «Die Gäste schätzen hier die Ruhe, die Möglichkeit, für sich zu sein und persön- liche Gespräche zu führen», bilanziert das Gastgeberpaar Hegglin. 50 Gästen bietet das «au premier» Platz. Im Gegen- zug dazu ist das Bistro «le Bar du Boeuf» der moderne Kontrapunkt. Ein Ort, wo man sich trifft, sei es zum frühmorgendlichen Kaffee, zu einem Essen über den Mittag oder zum Apero am Abend mit Häppchen und einer grossen Weinauswahl. Insgesamt 60 Plätze weist das Bistro auf, im Aussenbereich sind es nochmals 25 Sitzplätze.

Der gesamte Reception- und Lobby-Bereich wurde von der beck konzept ag neu gestaltet: Stilvoll, hell und warm lädt die Lobby nicht nur zum Verweilen ein, sondern bietet Platz zum Arbeiten, wobei den Gästen auch ein Sitzungszimmer zur Verfügung steht.

Das City-Hotel Ochsen liegt mitten in der schönen Altstadt Zugs, unweit des Zuger Sees und darf sich trotz seines hohen Alters sehen lassen. So wurde in der Vergangenheit immer wieder in das Viersternehotel investiert – beispielsweise in die Hotelzimmer.

Über die Jahre immer wieder bauliche Anpassungen realisiert

Das Gebäude aus dem 16. Jahrhundert erfuhr in der nahen Vergangenheit immer wieder bauliche Anpassungen, wie etwa den Neubau von 1962. «Der Anbau von damals weist einen ganz eigenen Stil auf, den wir so nirgends wieder-gefunden haben und der vor allem eines ist: zeitlos», erklären Eveline und Matthias Hegglin. Dem Aspekt des zeitlosen, aber gleichzeitig stilvollen Bauens trug man auch bei der Renovation von 35 der insgesamt 48 Hotelzimmer Rechnung. «Dass diese Zimmer vor 18 Jahren renoviert wurden, sieht man ihnen nicht an. Es gibt keine Elemente, die auf eine bestimmte Zeit hinweisen», sagt das Gastgeberpaar Hegglin im Gespräch mit GOURMET. Die Inhaberfamilie hat sich der Philosophie des Biologischen verschrieben, was auch Einfluss auf die Ausstattung der Zimmer hatte, wo künstliche Produkte auf ein Minimum reduziert wurden. Parkettboden aus Kastanienholz statt Teppich, Möbelstücke, gefertigt aus Massivholz statt Furnier, möglichst wenig Silikonfugen, atmungsaktiver und praktisch chemiefreier Kalk statt Gips und obendrein Hüsler-Nest-Betten, bestehend aus natürlichen Materialien von Kautschuk-Matratzen samt Wollunterlagen bis hin zu Schafwollkissen. «Unsere Zimmer wirken im Vergleich zu anderen Hotelzimmern sicherlich etwas karg. Doch die Üppigkeit eines Zimmers ist nicht ausschlaggebend, sondern, dass man sich wohlfühlt und gut schläft», betont das Gastgeberpaar.

«Die Zusammenarbeit mit der beck konzept ag war das Beste, was uns passieren konnte. Wir waren stets gut betreut, es gab einen guten und regelmässigen Austausch und das Wichtigste: Sie haben uns verstanden.»

Eveline und Matthias Hegglin, Gastgeber im City-Hotel Ochsen 

Seit zwei Jahren wird Sanierung vorangetrieben

In den vergangenen Jahren drängte sich der Umbau der noch ausstehenden 13 Zimmer sowie weitere bauliche Sanierungen auf: Die Hotellobby sollte den aktuellen Erwartungen der Gäste angepasst werden und die drei Räumlichkeiten im Neubaubereich eine Öffnung erfahren. Die Initiative für den Umbau kam von Gastgeberin Eveline Hegglin. Dabei arbeitete das Hotelierpaar zuerst mit einem Architekten zusammen. Leider funktionierte aber die Zusammenarbeit nicht wie gewünscht. Im GOURMET wurde Eveline Hegglin durch eine Front- reportage auf die beck konzept ag mit Sitz im luzernischen Buttisholz aufmerksam – eine anerkannte Spezialistin für Raumgestaltungen und Einrichtungen insbesondere in den Bereichen Hotellerie, Gastronomie und Detailhandel. Kurz darauf fand ein erstes Treffen mit Mitinhaber und Geschäftsführer Roland Walker statt. «Wir sind froh, haben wir den Schritt gewagt, die beck konzept ag zu engagieren. Die Zusammenarbeit war das Beste, was uns passieren konnte. Wir waren stets gut betreut, es gab einen guten und regelmässigen Austausch und das Wichtigste: Sie haben uns verstanden», betonen die Gastgeber Eveline und Matthias Hegglin. «Die Familie Hegglin hatte klare Vorstellungen davon, was sie wollte und was nicht, und diese versuchten wir entsprechend umzusetzen und wo es nicht ging, anderweitige Lösungen zu präsentieren. Die grosse Herausforderung war dabei, eine ausgewogene Mischung zwischen alt und neu zu erhalten und die künstlerische Formensprache in etwas Zeitloses zu adaptieren, das Moderne mit klassischer Kunst zu verbinden», erläutert Innenarchitekt Urs Küttel die Aufgabe.

Der Gang im ersten Stock führt die Gäste von der Bar im Neubauteil zum Restaurant und Hotel im historischen Teil. Wichtig war den Gastgebern, dass die notwendigen Brandschutzanlagen verdeckt agieren und nur im Notfall sichtbar werden, wie hier das Brandschutztor, das in der Wand seitlich integriert ist.

Die Bartheke wurde von der beck konzept ag neu aufgefrischt und gestaltet, alte Leuchten neu in Szene gesetzt. Im Mittelpunkt steht der auf drei Seiten einsehbare Weinschrank. Gleich daneben das Ferdinand-Gehr-Zimmer, dessen Fensterfassade komplett saniert wurde und unter Denkmalschutz steht.

Jeder Winkel des Raumes wurde von der beck konzept ag voll ausgenutzt: Das Frühstücksbuffet wurde in die Rückwand integriert und ist so leicht zu verbergen, ohne etwas verstellen oder umplatzieren zu müssen. Charakteri-stisch für den Frühstücksraum sind der Kamin und das Fresko, ebenso die Möbel, designt vom Schweizer Architekten Hanns Brütsch, während die Leuchten neu erstellt wurden.

Alten Dingen wieder frisches Leben eingehaucht

Diese Verbindung kam insbesondere im Neubauteil zur Geltung: Das Kaminzimmer mit dem grossflächigen Fresko, die Glaskunst vom gleichnamigen Künstler im Ferdinand-Gehr-Zimmer. All dies war aus denkmalschützerischer Sicht nicht einfach zu entfernen. Auch die Raumeinteilung war gegeben. So kam es zum Entscheid, die drei Räume zu öffnen. Bar, Kaminzimmer und Ferdinand-Gehr-Zimmer sind nun – auch wenn die Räume separat genutzt werden können – eine Einheit. Im Mittelpunkt der drei Räume steht ein grosser Weinschrank, der von allen Seiten einsehbar ist. Die Barfront wurde aufgefrischt und innen alles neu erstellt, der Pass in die Küche restauriert und auch das Bar-Logo angepasst. Alte Leuchten, die über Jahrzehnte auf dem Dachboden lagerten, wurden restauriert und stilvoll hergerichtet. Im angrenzenden Ferdinand-Gehr-Zimmer wurde die gesamte Inneneinrichtung von der beck konzept ag neu designt und Möbel in Zusammenarbeit mit verschiedenen Schreinern hergestellt. Die Glaskunst von Ferdinand Gehr konnte in eine dafür zuständige Firma zur Restaurierung gegeben werden. Und auch im Kaminzimmer verbinden sich alte Elemente mit neuen: Kamin und Wandmalerei wurden beibehalten, die Sessel (vom damaligen Architekten Hanns Brütsch) wurden restauriert und mit neu designten Tischen der beck konzept ag ergänzt. Das Frühstücksbuffet wurde in die Rückwand integriert. «Es war ein grosses Anliegen der Eigentümer, dass das Buffet nicht im Vordergrund steht und der Raum optimal ausgenutzt wird», betont  Innenarchitekt Urs Küttel gegenüber GOURMET.

Das offene Zimmer im ersten Stock wurde durch eine Holz-Glaswand eingefasst, es ist aber nach wie vor sehr hell und offen und kann als Rückzugsort für Gäste oder Sitzungen genutzt werden. Im Gang standen vor allem brandschutztechnische Aspekte im Mittelpunkt. Da das Treppenhaus als Fluchtweg gilt, muss der Gang im Brandfall abgetrennt und mit einem Tor geschlossen werden können. «Das Einfachste wäre gewesen, eine Türe an die Wand zu legen, die im Brandfall schliesst. Das wäre optisch aber nicht im Sinn unserer Kunden gewesen. Sie haben sich gewünscht, dass solche Elemente für den Hotelgast nicht ersichtlich sind. Deshalb ist das Tor nun in der seitlichen Wand versteckt», erklärt Urs Küttel das ausgeklügelte System. «Wir sind wirklich sehr sehr glücklich mit der Arbeit der beck konzept ag und ihren langjährigen Erfahrungen bei der Planung, Produktion und Montage. Es ist diese Flexibilität, die für uns ein gutes Unternehmen ausmacht», freuen sich Eveline und Matthias Hegglin über die optimalen Lösungen.

«Es war eine Gratwanderung zu entscheiden, wie viel neu und wie viel alt sein darf. Doch die Begeisterung der Denkmalpflege und der Gäste gibt uns recht, dass wir hier einen richtigen Weg gefunden haben und das Erbe von den Eltern

Hegglin weitergeführt wird.»

Urs Küttel, Innenarchitekt der beck konzept ag 

Ändernde Kundenbedürfnisse berücksichtigt

In einer weiteren Etappe wurde auch die Reception samt Lobby erneuert und den Gästebedürfnissen angepasst. Es zeigte sich, dass sich der Hotelgast zur Arbeit lieber in einen Gemeinschaftsraum setzt als sich ins Hotelzimmer zurückzuziehen. Deshalb entschieden sich die Gastgeber dazu, die Lobby vollständig zu überarbeiten, erstellten Sitzgelegenheiten zum Arbeiten, aber auch Verweilmöglichkeiten zum Erholen und um Gespräche zu führen. Die Reception wurde offen und hell gestaltet, ist rollstuhlgängig und mit zwei Liften mit den oberen Etagen verbunden. «Es war eine Gratwanderung zu entscheiden, wie viel neu und wie viel alt sein darf. Doch die Begeisterung der Denkmalpflege und der Gäste gibt uns recht, dass wir hier einen richtigen Weg gefunden haben und das Erbe von Grosseltern und Eltern Hegglin weitergeführt wird», sagt Urs Küttel.  Auch wenn es während der Bauphasen immer wieder Aspekte gab, die überdacht oder verändert werden mussten. «Die Kommunikation zu Urs Küttel und den restlichen Mitarbeitenden war immer sehr professionell und angenehm. Ihre Ideen, das Auge für Farben und Formen, all dies hat uns sehr geholfen. Zusammen fanden wir immer eine passende Lösung», betont das Gastgeberpaar Hegglin, dem auch schnell klar war, dass die restlichen 13 Hotelzimmer in Zusammenarbeit mit der beck konzept ag saniert werden sollten. Nur: Corona und die wirtschaftlichen Folgen machten den Hoteliers einen Strich durch die Rechnung. «Ich bin mittlerweile in meinem 31. und gleichzeitig schlimmsten Jahr als Inhaber dieses Hauses. Die Auswirkungen auf den Geschäftstourismus in Zug sind verheerend. Deshalb mussten wir uns dafür entscheiden, den geplanten Umbau – statt Ende dieses Jahres zu realisieren – auf unbestimmte Zeit zu verschieben, bis sich eine Erholung der Lage abzeichnet», sagt der Hotelier. Die Pläne für den Umbau sind soweit bereit – die Partnerin beck konzept ag auch.


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City-Hotel Ochsen Zug

Kolinplatz 11

6300 Zug

Tel 041 729 32 32

info@ochsen-zug.ch


beck konzept ag

Gewerbezone 82

6018 Buttisholz

Tel 041 929 68 88

info@beck-konzept.ch

 

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