Exklusiv-Interview mit Culina-Präsident Davor Bratoljic:

So ist die Stimmungslage in der «Culina-Wirtschaft»

17.04.2022
Gourmet 4/22
  • Porträt
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Die Aufhebung der behördlichen Massnahmen zum Schutze vor dem Corona-Virus sowie der

tragische Krieg in der Ukraine beeinflussen auch die Stimmungslage in der Schweizer  Wirtschaft und damit auch in der Hotellerie und Gastronomie. Davon betroffen sind auch die gastgewerblichen Zuliefer-Branchen, welche im Schweizer Verband für Grossküchen-Technik (Culina) zusammengeschlossen sind. GOURMET-Verlagsleiter Stephan Frech fragte bei Culina-Präsident Davor Bratoljic, CEO der Salvis AG (Oftringen), nach, wie sich das Stimmungsbarometer bei den Culina-Mitgliedfirmen präsentiert.

Davor Bratoljic, das behördlich deklarierte «Ende» der  Corona-Pandemie in der Schweiz dürfte sich positiv auf die Stimmung bei den Culina-Mitgliedfirmen und ihren Kundinnen und Kunden ausgewirkt haben, nicht wahr?

Davor Bratoljic: Ja, das ist tatsächlich der Fall. Von der Aufhebung der Massnahmen und Einschränkungen dürften Hotels, Restaurants,

Clubs, usw. umgehend profitieren, zumal jetzt, da die warme Jahreszeit bevorsteht. Die Bevölkerung will raus, Muttertag und andere Familienfeste wieder in den Restaurants feiern. Und auch das individuelle Outdoor-Business hat im Gastgewerbe spürbar angezogen.

Wie hat sich die Pandemie auf die Culina-Mitgliedfirmen ausgewirkt?

Davor Bratoljic: Die meisten Culina-Mitgliedfirmen haben unter der Pandemie und den Schutzmassnahmen in den letzten zwei Jahren Rückschläge erlitten. Allerdings: Seit einigen Monaten hat die Investitionstätigkeit in der Hotel- und Gastro-Branche wieder sehr erfreulich angezogen. Das stimmt mich für die Zukunft zuversichtlich.

Das «Ende» der Pandemie geht einher mit dem Beginn des Krieges in der Ukraine. Wie beurteilen Sie die Lage?

Davor Bratoljic: Die Situation und Entwicklung in der Ukraine erfüllen mich und unsere Mitglieder mit grosser Sorge. Niemand weiss, wohin das alles noch hinführt. Ein Krieg in Europa in diesem Ausmass – das hat es in den letzten 75 Jahren nicht mehr gegeben und galt eigentlich als

undenkbar. Es bleibt nur zu hoffen, dass die Tragödie bald ein Ende nimmt. Mehr kann ich dazu auch nicht sagen.

In der Hotel- und Gastro-Branche wird ein sogenannter Fachkräftemangel beklagt. Wie steht es damit in den Culina-Mitgliedfirmen?

Davor Bratoljic: Das ist tatsächlich ein weit verbreitetes Problem. Die Unternehmen unserer Kundinnen und Kunden aus Hotellerie und Gastronomie können sich wegen fehlenden Arbeitskräften nicht so entfalten, wie sie eigentlich in der Lage wären. Es freut mich, dass Hotel- und Gastro-Fachverbände Initiativen ergreifen, um die Ausbildung zu forcieren und Quereinsteigern den Weg zu ebnen. Im übrigen ist auch bei den Culina-Mitgliedern ein akuter Fachkräftemangel zu beobachten, den unsere Mitgliedfirmen mit betriebsinterner Weiter-

bildung sowie optimierten Abläufen bekämpfen.

Man hört immer wieder von Lieferproblemen insbesondere bei den Anbietern von Grosskücheneinrichtungen – also beim «Kern-Segment» des Schweizer Verbandes für Grossküchen-Technik. Ist dem so?

Davor Bratoljic: Ja, leider! Die Hersteller und Anbieter von Grosskücheneinrichtungen und Grossküchen-Technik kämpfen immer noch

mit der anhaltenden Lieferketten-Problematik. Was früher in drei bis vier Wochen erhältlich war, dauert nun drei bis vier Monate. Dieser Zustand dürfte so lange anhalten, bis in Europa entsprechende neue Produktionskapazitäten aufgebaut worden sind. Damit einher geht eine markante Preissteigerung in zahlreichen Bereichen, so dass zu befürchten ist, dass auch in der Schweiz Teuerung und Inflation wieder zum Thema werden.

Ein Wort noch zum Schweizer Verband für Grossküchen-Technik? Wo steht Culina heute?

Davor Bratoljic: Culina ist in den letzten Jahren gewachsen. Mit dem neuen Namen ist ein Brand geschaffen worden, mit welchem Culina im Internet und in den Social Media neu und frisch auftritt. Um für die Zukunft gewappnet zu sein, werden aktuell die Aufnahmekriterien

und die Statuten mit dem Ziel überarbeitet, dass Culina am relevanten Markt «geschärft» wahrgenommen wird.

Davor Bratoljic, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Die «Culina»-Mitglieder im Überblick

Alto-Shaam (Switzerland), 8003 Zürich

Beer Grill AG, 5612 Villmergen

Berndorf Luzern AG, 6203 Sempach-Station

Bouygues Schweiz AG, 8500 Frauenfeld

Brita Wasser-Filter-Systeme AG, 6025 Neuendorf

Chromag AG Grossküchen, 6312 Steinhausen

Comenda (Schweiz) AG, 4153 Reinach

Diversey Europe B.V. Utrecht, 9542 Münchwilen

Ecolab (Schweiz) GmbH, 4153 Reinach

Egro Suisse AG, 5605 Dottikon

Electrolux Professional AG, 6210 Sursee

Elis (Suisse) AG, 3014 Bern

Elro Werke AG, 5620 Bremgarten

EMK AG, 8834 Schindellegi

Finessa Barnetta AG, 9042 Speicher AR

Franke Kaffeemaschinen AG, 4663 Aarburg

Gamatech AG, 8308 Illnau

Gehrig Group AG, 8152 Glattbrugg

Ginox SA, 1816 Chailly-Montreux

Hauser Gastro AG, 8620 Wetzikon

Havo Group AG, 4663 Aarburg

Heer AG, 4153 Reinach

Hugentobler Schweizer Kochsysteme AG, 3322 Schönbühl

Hupfer Schweiz AG, 6203 Sempach-Station

Jeka AG, 4144 Arlesheim

KBZ-Gastronomie-Einrichungs AG, 4133 Pratteln

Kibernetik AG, 9470 Buchs SG

Leutwyler Kühlanlagen AG, 8344 Bäretswil

Linum AG, 6330  Cham

Meiko Green Waste Solutions AG, 9606 Bütschwil

Meiko (Suisse) AG, 8117 Fällanden

Menu System AG, 9014 St. Gallen

Pahl Grossküchentechnik AG, 8953 Dietikon

Rational Schweiz AG, 9435 Heerbrugg

Resta AG, 9430 Flawil

Rieber AG, 8360 Eschlikon

Rilling AG Grossküchen, 9422 Staad

Schaerer AG, 4528 Zuchwil

Salvis AG, 4665 Oftringen

Schmalz Distributions-Systeme AG, 2560 Nidau

Schmocker AG, 3800 Interlaken

Steinfels Swiss, 8411 Winterthur

Valentine Fabrique SA, 1122 Romanel-sur-Morges

Winterhalter Gastronom AG, 9464 Rüthi


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