Erlebniswelt und Bretterhotel:

Trauffer Erlebniswelt – Das Leuchtturm-Projekt

03.07.2021
Gourmet 7/21
  • Hotellerie
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Seit 1938 werden in Hofstetten bei Brienz Holzspielwaren hergestellt. Aus der Kindertraumfabrik, die in der dritten Generation von Gründer-Enkel und Musiker Marc A. Trauffer geführt wird, stammt auch die rot gefleckte Holzkuh. Rund um das längst kultige Souvenir baut der Unternehmer nun ein Besucherzentrum auf – und ein Hotel.

Was am 4. Juni 2022 eröffnet wird, war ursprünglich nicht so geplant, lacht Marc A. Trauffer. Aus einem kleinen Besucherzentrum mit Räumen für Schnitzkurse ist ein riesiges Projekt geworden, mit Restaurants und einem Hotel. Aber von vorne. Wie kam er denn auf die Idee, eine Trauffer Erlebniswelt zu erschaffen? «Seit unser Neubau von 2016 steht, haben wir laufend Anfragen für Betriebsbesichtigungen und Schnitzkurse. Aber dafür sind wir nicht eingerichtet und es fehlt der Platz. Bis uns letzten Sommer Corona dazu zwang, hatten wir selbst auch keinen Shop – aber seit 2016 standen täglich Kunden im Geschäft, die bei uns etwas kaufen wollten. Wir mussten sie enttäuscht nach Hause schicken», sagt der 42-Jährige. So konnte es nicht weitergehen, stand 2018 fest. Wenn die Nachfrage besteht, sollte man sie auch befriedigen. Gesagt, getan – in einem Jahr ist Eröffnung. Ab dann werden Schnitz- und Malkurse angeboten, es können Hochzeiten gefeiert und Seminare abgehalten werden, Tagesbesucher können den Erlebnis-Rundgang und den Outdoor-Spielplatz mit Grillstelle oder Köstlichkeiten im  à la carte-Restaurant Alfred’s geniessen und Hotelgäste bei frischer Bergluft träumen.

Handwerks-Tradition erleben

Marc A. Trauffer ist stolz auf sein Familienunternehmen. Für ihn gibt es nichts Schöneres, als Gästen seine Produktion zu zeigen und zu erklären, wie sein Grossvater die Spielwaren von Hand geschnitzt hat, seine Eltern und sein Onkel sie weiterentwickelten und er schlussendlich daraus eine starke Marke gemacht hat. Nun geht es darum, das Unternehmen in die Zukunft zu führen. «Wir machen alles in Handarbeit, nach traditioneller Art, aus nachhaltig erwirtschaftetem Holz. Bei uns gibt es keine CNC-Maschinen, die Chüehli ausspucken. 24 Schritte braucht es für jede einzelne Kuh.» Und diese Handarbeit möchten die Besucher sehen – und er möchte sie zeigen. Auf dem Erlebnis-Rundgang im Besucherzentrum können die Gäste alles über die Geschichte des Unternehmens, die Schnitzler-Tradition und die Herstellung der Spielwaren und Souvenirs erfahren. Selber schnitzen, selber malen – die Tradition mit allen Sinnen erleben. Ein spannender und faszinierender Ausflug für Gross und Klein entsteht. «Nur wer gesehen hat, wie wir unsere Produkte herstellen, kann auch ihren Wert erkennen. Und das ist für uns essentiell, denn preislich können und wollen wir nicht mit Spielwaren aus China mithalten.» 

Gastronom und Hotelier

Zwei Gebäude entstehen: das Bretterhotel und die Erlebniswelt. Das Bretterhotel wird ein modernes, aber gemütliches und unkompliziertes Hotel für Aktivurlauber, für Hochzeitsgesellschaften, Firmen auf Ausflug, für Kursbesucher und Gäste des Freilichtmuseum Ballenberg – das nur 250 Meter zu Fuss entfernt liegt –, für Naturliebhaber, aber auch für Familien. «Wir haben viele Zimmer mit ausklappbaren Stockbetten für Familien. Das Highlight für die Kids: Die Erlebniszimmer mit Rutschbahnröhre», verrät Marc A. Trauffer. Auch für die Erwachsenen gibt es besondere Zimmer: Solche mit privater Sauna – die perfekte Auszeit-Oase! Für jeden ist also etwas da, auch für Familien mit bis zu 6 Personen. Sterne gibt es bei Trauffers allerdings nur am Nachthimmel. Sie sind lieber Holzklasse.

Nebst dem Erlebnis-Rundgang entstehen im Gebäude der Erlebniswelt Rosa’s Bäckerei & Bistro – nach Marc Trauffers Grossmutter benannt, im Attika-Geschoss das A la carte-Restaurant Alfred’s, eine Hommage an Gründer Alfred Trauffer, sowie ein Shop und Event- und Schnitzräume für bis zu 200 Personen. «Er war genau wie ich ein Genussmensch», erzählt sein Enkel. «Deshalb widmen wir ihm dieses Restaurant, in welchem wir regionale und währschafte Gerichte servieren – aber auf unser eigene, spezielle Art.» Mit wir meint er sich und seine Frau Brigitte Trauffer. Die beiden werden die Erlebniswelt und auch das Bretterhotel selber führen. «Wir können es nicht aus der Hand geben und das Hotel oder das Restaurant verpachten – auch wenn das ganz zu Beginn die Idee war», erklärt sie. «Es ist unmöglich, weil alles untrennbar zusammenhängt. Noch wichtiger aber ist der Grund, dass viel zu viel Herzblut von uns beiden drinsteckt, als dass wir uns ab dem 4. Juni 2022 einfach fernhalten möchten. Wir können unsere ersten Gäste schon heute kaum erwarten.» Marc Trauffer ergänzt lachend: «Ich wollte nie im Leben Gastronom oder Hotelier werden, aber nun kommt es eben doch so. Und ich freue mich sehr darauf! Meine Frau wird die Leitung übernehmen, ich bleibe in erster Linie meinen Holzspielwaren und der Musik treu. In der Erlebniswelt bin ich dann mehr sowas wie der Pausenclown, das Maskottchen. Und vielleicht werde ich ab und zu selber den Kochlöffel schwingen.»

Noch 1 Jahr bis zur Eröffnung: Ab sofort ist die neue Webseite www.trauffer.ch online und der Vorverkauf für das Bretterhotel, das à la carte Restaurant Alfred’s sowie für Events, Feiern und Seminare startet.

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