Waldhotel Doldenhorn - Anbau und Generationenwechsel

05.12.2022
Gourmet 12/22
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Anne und René-François Maeder übergaben am 1. Januar 2021 die operative Führung des 4-Sterne-Superior Waldhotel Doldenhorn und des Ruedihus an Sohn Patric und dessen Partnerin Riana Meyer. Wegen Corona konnte dies nicht ganz so planmässig durchgeführt werden. Nun wurde die Übergabe mit der Einweihung des Neubaus noch einmal durchgeführt. Wobei sinnigerweise beim Umbau ebenfalls nicht alles planmässig lief.

Beim Betreten des neuen Eingangs beim Waldhotel Doldenhorn fällt optisch die helle und einladende Reception aus Arvenholz auf. Die Nase riecht sofort den Geruch von frischem Holz. «Das wurde ganz bewusst so gemacht, denn wir sind ja ein Waldhotel und das soll der Gast sofort merken», erklärt Chef Patric Maeder. Ein paar Schritte weiter offenbart sich ein riesiger Raum. «Für meine Frau Anne und mich ist es ein Meilenstein in der Geschichte unseres Babys Doldenhorn. Wobei es viele Geschichten in den 46 Jahren, die Anne und ich erleben durften, zu erzählen gäbe», erklärt Senior René-François Maeder. Dass 2022 seit Planung der Bauphase 2018 nun die Einweihung gefeiert werden durfte, hat mit der Beharrlichkeit des Architekten Peter Wandfluh und René Maeder zu tun. «Peter ist nicht der Lieblingsarchitekt bei den Behörden. Er hat nicht nur geniale Ideen, er hinterfragt vieles und ist seit 46 Jahren unser Hausarchitekt», erklärt Maeder. Der Umbau war eine Arbeitsgemeinschaft zwischen, der Bauunternehmung Rösti AG in Kandersteg und Künzi & Knutti AG von Adelboden, Architekt Peter Wandfluh und Ramu Ingenieure AG in Frutigen. Das 4,5 Millionen-Projekt soll das Seminargeschäft, nicht nur in der Zwischensaison, ankurbeln.

Um was geht es denn da genau?

Architekt Peter Wandfluh erklärte genau, um was es ging: «Das 1. Baugesuch wurde am 25. Oktober 2019 eingereicht. Am 9. September 2021 erhielten wir die Bewilligung zum vorzeitigen Baubeginn. Der Gesamtbauentscheid, nach mehrmaligen Anpassungen des Projektes, folgte am 22. Oktober 2021. Eine weitere rechtsgültige Baubewilligung wurde am 9. Mai 2022 vom Regierungsstatthalteramt erteilt.» Er führte weiter aus: «Beim Bauvorhaben ging es um einen Mehrzweckraum für Anlässe wie Hochzeiten, Seminare, Sitzungen und Kulturevents mit einem Fassungsvermögen von ca. 180 Personen, und das Ganze aufteilbar in 3 Räume mit 90 / 30 / 30 Personen. Ein Lift und eine behindertengerechte WC–Anlage ist miteingeschlossen, ebenso eine unabhängige Heizung mit Wärmepumpe, wobei das Wasser aus der eigenen Quelle kommt.»

Ein Blick in den Anbau, wie ihn die Besucher bei der Einweihung vorfanden.

Übergabe an Patric Maeder

Mitte November wurde die definitive operative Übergabe an Sohn Patric Maeder und dessen Partnerin Riana Meyer vollzogen. Dies zusammen mit Gästen aus Politik, Wirtschaft, Familie und Freunden, wie z.B. Albert Rösti, Helmut und Beatrice Simon bis hin zu Alt-Bundesrat Adolf Ogi mit Gattin Katrin. Das alles lief natürlich nicht ohne Reden und Danksagungen ab. Dass dabei bei Anne und René Maeder zwischendurch ein paar Tränen kullerten, war den grossen Emotionen an diesem Abend geschuldet. Gemeindepräsidentin Barbara Jost überreichte zum Schluss ein Bild vom Doldenhorn. Der ganze Abend wurde musikalisch mit jazzigen Klängen von Franz Wosnitza, Peter Glessing, Holger Schütz und Johannes Maiß untermalt.

Jubel und Trubel herrschte am Wochenende im Waldhotel Doldenhorn

Am Sonntag hiess es dann Tag der offenen Türe. Im Doldenhorn wurde man vom Besucheransturm förmlich überrannt. Neben der Besichtigung gab es einen Brunch mit Jazz Musik.

Albert Rösti, Adolf Ogi und Beatrice Simon zeigten sich begeistert vom Anbau. Alle können sich gut vorstellen, hier Tagungen oder sonstige Anlässe abzuhalten.

Patric und René-François Maeder erhielten von Gemeindepräsidentin Barbara Jost ein Bild mit dem Doldenhorn überreicht.

Informatives zum Anbau von Walter Hostettler

Walter Hostettler vom Ingenieurbüro Ramu Ingenieure AG in Frutigen war z.B. für die Unterfangung des bestehenden Restaurantteils während dem Baugrubenaushub verantwortlich. Die Unterfangung gestaltete sich als anspruchsvoll, weil sie unter der Fassade des Restaurantteils bis auf eine Tiefe von ca. 3.0 m reichte. «Die Baugrube, und später das Untergeschoss des Gebäudeanbaus, lagen im Grundwasser, welches während den Bauarbeiten dauernd abgepumpt werden musste. Je nach Jahreszeit kann das Grundwasser bis knapp unter die Oberfläche der talseitigen Umgebung reichen, d.h., dass der Anbau bis zu 3.0 m im Grundwasser steht», so Hostettler. «Als anforderungsreich für alle Beteiligten stellte sich die Stahlbetondecke mit einem Unterzug über den stützenfreien Mehrzweckraum im Erdgeschoss dar. Die stützenfreien Abmessungen des Mehrzweckraumes betragen ca. 11.0 x 14.9 m», so der Ingenieur. Dieser Mehrzweckraum kann im Betrieb je nach Anforderung mit Schiebewänden und Rollwänden ab der Decke unterteilt werden. Die Decke wurde so dimensioniert, dass auf ihr eine Terrassen- und Grünfläche angelegt sowie eine Schneelast von 550 kg pro Quadratmeter aufgenommen werden kann.


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