HotellerieDie Work-Smart-Initiative «work-here»:

Flexibles Arbeiten – neu definiert

14.08.2021
Gourmet 8/21
  • Chefsache
Artikel teilen

Unter dem Kampagnen-Namen «work-here» startet HotellerieSuisse zusammen mit der Work Smart Initiative ein Pilotprojekt zum flexiblen Arbeiten. Im Fokus steht die Frage, inwiefern Arbeit, Freizeit und Reisen in Zukunft integrativer, flexibler und massgeschneiderter verbunden werden können. Denn wie das vergangene Jahr zeigte, sind flexible Arbeitsformen in vielerlei Hinsicht eine Win-Win-Situation. Auf der Pilot-Plattform work-here.ch bieten Hotels, Cafés, Bibliotheken, Event-Locations und Restaurants entsprechende Arbeitsplätze an. 

Spätestens seit dem ersten Lockdown im Rahmen der Covid-19-Pandemie ist Homeoffice in der Schweiz salonfähig geworden. Arbeitnehmende kennen mittlerweile die Vorzüge von Büro und Homeoffice, aber auch deren Grenzen sehr genau. Alternative Arbeitsmöglichkeiten sind heute gefragter denn je — sei es als Flucht aus dem Homeoffice, als Stopp zwischen zwei Terminen oder als Start in den Arbeitstag vor dem Pendeln zur Nebenverkehrszeit. Durch die zunehmende Verschmelzung von Arbeit, Freizeit und Reisen sind künftig flexible Lösungen gefragt. Hier wollen HotellerieSuisse und die Work Smart Initiative ansetzen und die Vielfalt der Arbeitsorte in der Schweiz fördern.

Bestehende Räumlichkeiten neu nutzen

Die Folgen der Covid-19-Pandemie werden sich langfristig auf die Arbeitsweise auswirken. Homeoffice allein ist aber nicht für alle Arbeitnehmenden dauerhaft umsetzbar. Beim Pilotprojekt «work-here» stehen die Förderung der Vielfalt der Arbeitsorte und die nachhaltige Nutzung existierender Räumlichkeiten im Fokus. Diese werden fürs mobile Arbeiten (zwischen-)genutzt: für die Verweildauer eines Kaffees vor dem Pendeln, für wenige Stunden oder ganztags als Ersatz fürs Homeoffice. Damit unterscheidet sich «work-here» von den klassischen Co-Working-Spaces, denn der hybride Ansatz von «work-here» konzentriert sich auf die Nutzung von bereits bestehender Infrastruktur und trägt so ebenfalls einen Teil zur Einsparung von CO2-Emissionen bei.

Mit diesem innovativen Ansatz werden der von der Corona-Pandemie besonders betroffenen Stadthotellerie Perspektiven geboten, wie sie auf die aktuellen Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung reagieren kann. «Die Beherbergungsbranche hat in den vergangenen Monaten immer wieder gezeigt, dass mit kreativen und innovativen Ansätzen neue Angebote lanciert werden können», sagt Ueli Schneider, Leiter Business Development von HotellerieSuisse. Die Erschliessung neuer Geschäftsfelder ist entscheidend, damit die Branche auch in dieser Zeit Perspektiven für langjährige und motivierte Fachkräfte bietet. Die «work-here»-Pilotbetriebe verpflichten sich zu einer strengen Einhaltung der aktuell geltenden Gastro-Schutzkonzepte. Damit kann gerade in der aktuellen Zeit auch ein wichtiger Beitrag für die psychische Gesundheit von Arbeitnehmenden geleistet werden. 

Die Erfahrung aus beinahe eineinhalb Jahren mit Anordnung zum Homeoffice zeigt — wie Prof. Hartmut Schulze von der Fachhochschule Nordwestschweiz betont —, dass das alleinige Arbeiten von zu Hause aus sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich bringt. Als positiv für das Wohlbefinden schlagen vor allem der Wegfall der Reisezeit und das relativ ungestörte Arbeiten zu Buche. Als Belastung haben sich unter anderem der reduzierte soziale Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen sowie die wachsende Einsamkeit herausgestellt. Künftig geht es darum, einen Mix der verschiedenen Arbeitsorte zu ermöglichen, der zu den Aufgaben und Bedürfnissen der Mitarbeitenden und zur Kultur der Organisationen gleichermassen passt. Weiter hat das vergangene Jahr auch gezeigt, dass durch flexiblere Arbeitsformen nicht zuletzt die Umwelt durch weniger Verkehrsaufkommen profitiert, die Pendlerströme im öffentlichen Verkehr besser verteilt werden können und der Strassenverkehr entlastet wird.

Die Zukunft von Reisen und Arbeiten

Getestet wird, ob und wie die Idee bei den Nutzenden ankommt und wie sich ihre Lebensqualität verbessert. Für HotellerieSuisse soll sich mit dem Pilot-Projekt zeigen, inwiefern die Nutzung von Hotels zum Arbeiten für lokale Gäste zukunftsweisend sein könnte. Die Work Smart Initiative setzt sich dafür ein, dass attraktive und motivierende Rahmenbedingungen für Schweizer Unternehmen und Institutionen sowie für deren Mitarbeitende geschaffen werden, der Arbeitsmarkt besser und zeitgemässer erschlossen wird und die vorhandenen Ressourcen und Infrastrukturen besser genutzt werden. Im Pilotprojekt geht sie der Frage nach, wie sich das flexible und ortsunabhängige Arbeiten durch die aktuelle Pandemie verändert hat und welche Trends sich daraus entwickeln. Denn für Danny Schweingruber, Co-Präsident der Work Smart Initiative, ist klar: «Ein ‹back to normal› wird es nicht geben. Vielmehr werden wir ein wir ein ‹new working normal› kennenlernen.. Durch das Pilotprojekt möchten wir Einblicke in diese neue Normalität erhalten.»

Das Pilot-Projekt startete mit rund einem Dutzend Gastgeberinnen und Gastgebern – allesamt mit dem Label «Clean & Safe» ausgezeichnet – mehrheitlich in Zürich und Bern. Im Verlauf der mehrmonatigen Pilotphase wird das Projekt auf andere Standorte ausgeweitet. Auf work-here.ch sind alle Lokalitäten mit ihren jeweiligen Angeboten abrufbar. 

Mehr zum Thema

HotellerieSuisse

Monbijoustrasse 130

Postfach, 3001 Bern

Tel. 031 370 41 11


Anzeige